Die einzige Halbinsel des Balaton ist besonders reich an Naturschönheiten und historischen Denkmälern. Vom südlichen Rand der Halbinsel fährt die sowohl Autos, als auch Busse liefernde Fähre ab. Der Benediktinerorden erhielt wieder die Abtei, die im 18. Jahrhundert rekonstruiert wurde. Die 1752 erbauten zwei Türme der Kirche sind das Symbol der Halbinsel.
Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Tihany sind die Abteikirche und das Ordenhaus. Die Unterkirche (aus 1055) ist eine wohlerhaltene, dreischiffige, in romanischem Stil erbaute Hallenkrypta, die einzige unversehrt auf uns gebliebene Begräbnisstätte aus der Eisenzeit. Hier ruht auch der im Jahre 1060 verstorbene König Andreas I. Die heutige Barockkirche und Kloster wurden zwischen 1719 und 1760 erbaut, die imposante Barockeinrichtung der Kirche ist besonders schön. Im Kloster befindet sich die Galerie der Benediktinerabtei in Tihany, die jeden Sommer anspruchsvolle Ausstellungen beherbergt. Das Erdwallsystem mit ovalem Grundriss entstand am Ende der Bronzezeit und zur Zeit der Früheisenzeit. In der östlichen Basalttuff-Felsenwand höhlten orthodox-griechische Einsiedler ihre Zellen, ihre Kapelle und ihren Speisesaal im Mittelalter. Das ist die einzige, wohlerhaltene Einsiedlersiedlung im Karpatenbecken sogar im ganzen Mitteleuropa. Eine touristische Attraktion ist auch das oft besungene Tihanyer Echo: es hallt von den Wänden der Abtei wider. Typische Baumaterial der volkstümlichen Denkmalhäuser sind der graubraune Basalttuff und das Schilf. Auf der Pisky Promenade sind in originalem Zustand die Häuser des Landwirtes und der Fischerzunft, sowie in der Nähe das Töpferhaus zu sehen. Es lohnt sich auch das Puppenmuseum zu besuchen, wo alte, in Volkstracht gekleidete, porzellanköpfige Puppen ausgestellt sind. Wenn man sich für die Wissenschaften interessiert, kann man das ständige Gedenkmuseum des Geophysikers Lóránd Eötvös besuchen. Das Institut, wo die Ausstellung untergebracht wurde, beherbergt ein Observatorium zur Erforschung der Veränderungen des Erdmagnetismus.Der Sommer in Tihany ist an Ereignissen, Programmen reich. Ab Mitte Juli bis Mitte August dauern die Veranstaltungen der Tihanyer Festspiele mit Singspiel- und Opernaufführungen (auf der Freilichtbühne unter der Abtei). Im ganzen Land berühmt sind die Orgelkonzerte in der Abteikirche. Am Anfang September werden die Tihanyer Weinlesetage mit Straáenmusik, Volkstanz, Marktkomödie, Winzerfest und Straáenball veranstaltet. Die Liebhaber des Segelsportes erwarten gut ausgerüstete Häfen, der Binnensee ist ein ausgezeichneter Angelplatz. Die ganze Halbinsel ist ein Naturschutzgebiet. Die kleine Bucht Bozsai-öböl am südwestlichen Rand der Halbinsel bewahrt mit ihren Röhrichten den originalen, natürlichen Zustand des Ufers. Der Binnen- und der Auáensee entstanden an dem Platz eines vulkanischen Kraters. Der höchste Punkt der Halbinsel ist der Berg Csúcs-hegy, der der _berrest eines aus dem Basalttuff hervorschieáenden Geisers ist. Südlich vom Binnensee, auf einer Wiese sind die versteinerten _berreste der ehemaligen Geisertätigkeit zu sehen. Der gröáte und schönste Kegel heiát das Goldhaus (Aranyház). Der Wanderweg Lóczy führt uns um die Halbinsel herum. Sein Ausgangspunkt ist die Kirchenruine bei Sajkod und führt uns bis zum Hafen: er ist ein bequemer, markierter Spazierweg, der alle aufgezählte Sehenswürdigkeiten berührt. Der Tihanyer Kreuzweg neben dem Visszhang (Widerhall) Hügel kann wieder besucht werden.